Weil ich gebe und doch so unheimlich viel mehr zurückbekomme

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Als ich zum Studium nach Halle kam, sah ich mich nach einem neuen Ehrenamt um. Bereits während der Schulzeit unterstütze ich das Hospiz in meinem Heimatort und fand hier schließlich das ambulante Kinder- und Jugendhospiz, welches nach ehrenamtlicher Unterstützung suchte. Ich meldete mich für den Ausbildungskurs zum Familienbegleiter an. Über ein halbes Jahr wurde unsere Ausbildungsgruppe umfassend von den Koordinatoren des AKJH und externen Dozenten darauf vorbereitet, was auf uns zukommen würde.

Uns wurde dabei viel Hintergrundwissen vermittelt – vom Umgang mit Sterben und Trauer von Kindern oder in Religionen, Informationen von Ärzten und Krankenschwestern über Krankheiten und Pflege und zur Kommunikation mit betroffenen Familien. Zusätzlich gab es Kurstage, die viel Raum zur Selbsterforschung in Bezug auf Tod und den Umgang mit dem Sterben boten und führten auch Gespräche mit betroffenen Familien, sowie bereits erfahrenen Familienbegleitern.

Gut vorbereitet lernte ich schließlich „meine“ erste zu begleitende Familie kennen. Über 6 Monate unterstütze ich die Familie eines kleinen Jungen, indem ich mit ihm spielte, baute, las und bastelte. Sie bekommen mittlerweile andere Unterstützung und benötigen meine Begleitung zurzeit nicht.
Deshalb begleite ich seit etwa zwei Monaten eine neue Familie mit einem schwerst mehrfach behinderten Kind, indem ich mit ihm spazieren gehe oder die Familie so gut ich kann im Alltag unterstütze.Mit der Zeit entwickelte sich ein sehr offenes Verhältnis zu den Familien. Die regelmäßigen Gespräche, die gemeinsame Zeit und dass ich als Unterstützung zur Verfügung stehe, entlasten sie spürbar. Indem ich die Familien besuche und mit den Eltern bespreche und vereinbare, was sie und ihre Kinder gerade brauchen tue ich etwas, was mir große Freude bereitet. Der herzliche Kontakt zu den Familien ist von beidseitiger Dankbarkeit geprägt und bietet nicht nur die Möglichkeit anderen Menschen zu helfen, sondern auch ein großes Potential den eigenen Horizont immer mehr zu erweitern.

Während der Begleitung steht man immer mit den Koordinatorinnen im Kontakt und hat bei jeglicher Art von Problemen oder Fragen liebevolle Ansprechpartner an seiner Seite.

Ich bin sehr froh die Möglichkeit zu haben, das AKJH zu unterstützen und muss immer wieder feststellen, dass ich gebe und doch so unglaublich viel mehr zurückbekomme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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