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Geschwisterkinder

Das Leben mit meinem Bruder ist wie das Wetter. Es gibt Regentage oft auch mit viel Donner und Blitz und es gibt Sonnentage. Wobei es eigentlich mehr Regentage sind und statt Sonnentagen nur Sonnenmomente.

Wenn ich mit meinen Klassenkameraden darüber reden möchte wie es ist, wenn er irgendwann nicht mehr da ist – verstehen sie nicht.

Mit den Kindern vom Geschwistertreff kann ich darüber reden. Die verstehen mich. Sie wissen wie es ist … Ständig Krankenhaus, ständig Operationen.

Wenn sie ihn runter fahren begleiten meine Mama und ich ihn bis zur Schleuse. Jedes Mal, wenn wir uns dort verabschieden müssen, schreit und weint er. Er wirkt dann immer total hilflos, ängstlich und verloren. Am liebsten würde ich ihn dann schnappen und wegrennen. Ihn beschützen vor den Qualen der OP. Aber er braucht sie. Nur dadurch lebt er noch. Und trotzdem immer, wenn wir die Krankenhaustasche Packen, fühle ich mich wie ein Verräter. Ein Verräter der zulässt, dass er ins Krankenhaus muss, wo er zigmal festgehalten und gespritzt wird. Wo wir ihn nachts alleine lassen müssen.

Auf den Geschwisterfahrten mit dem Hospizdienst kann ich darüber reden und weinen. Meine Wut und meine Schmerzen ins Meer rausschreien.

Das ambulante Kinderhospiz schenkte meiner Mama, meinem Bruder und mir Ostern auf der Fraueninsel im Chiemsee. 5 Tage mal raus, einfach weg. Das waren die schönsten Sonnentage seit langem.

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